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Kaninchenhaltung in der Schweiz



In den vergangenen Tagen deckte VIER PFOTEN die erschreckenden Zustände in der deutschen, industriellen Kaninchenhaltung auf. Auch aus anderen Ländern Europas erreichen uns immer wieder grausame Bilder aus Zucht- und Mastbetrieben. Doch wie steht es um die Kaninchenhaltung in der Schweiz?

Auch in der Schweiz ist Käfighaltung nach wie vor möglich und selbst die Einzelhaltung von Tieren ist erlaubt. Trotzdem steht die Schweiz im internationalen Vergleich gut da. Denn im Gegensatz zu den EU-Ländern, gibt das Tierschutzgesetz hierzulande klare Vorgaben für die Haltung von Kaninchen vor. So ist bei uns eine Mindestfläche pro Kaninchen vorgeschrieben. Ausserdem werden ein dunkler Rückzugsbereich, grob strukturiertes Futter oder auch Nagemöglichkeiten verlangt.

In der Praxis sieht die Lage gar noch besser aus. Nachdem VIER PFOTEN in jüngster  Vergangenheit die skandalöse Haltung von Importkaninchen aufgedeckt hat, haben viele Detailhändler der Schweiz den Import von Kaninchenfleisch reduziert oder ganz gestoppt und setzen nun auf inländische Produktion. Erfreulicherweise liegt die Haltung hier oft gar über dem gesetzlichen Minimum und orientiert sich an den strengeren Vorgaben der BTS-Verordnung ("Besonders tierfreundliche Stallhaltung"). Insbesondere Coop hat sich dabei positiv hervorgetan und schon vor Jahren ein gleichermassen praxistaugliches wie tierfreundliches Haltungssystem entwickelt.

Konkret heisst das, dass viele Kaninchen in der Schweiz in Gruppen leben. Dass sie in Bodenhaltung und in gut strukturierten Buchten mit ausreichend Einstreu hausen. Und zwar sowohl die Zucht- als auch die Mastkaninchen. Kein Vergleich zur grausamen Käfighaltung in vielen europäischen Ländern.

Nach wie vor Verbesserungspotential
Doch noch steht auch in der Schweiz nicht alles zum Besten. Einerseits kann Kaninchenhaltung erst dann als wirklich artgemäss bezeichnet werden, wenn die Tiere im Freien auf einer Wiese herumhoppeln und nach Lust und Laune Gänge graben können. Zum anderen wird trotz Skandalen nach wie vor Kaninchenfleisch in grossen Mengen importiert. Nicht zuletzt, weil die inländische Produktion der plötzlich gestiegenen Nachfrage noch nicht genügen kann.

Deshalb ruft VIER PFOTEN zu Wachsamkeit auf. Am besten, Sie essen gar kein Kaninchenfleisch. Wenn Sie aber nicht darauf verzichten mögen, sollten Sie auf Fleisch aus guten Schweizer Betrieben mit BTS achten. Das gilt nicht nur für den Einkauf im Supermarkt sondern auch für den Kaninchenbraten im Restaurant.

Weitere Informationen
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