Billige Hunde aus dem Ausland überschwemmen die Schweiz

In der Schweiz werden Zwerghunde wie Chihuahuas, Möpse oder Französische Bulldoggen immer beliebter. Doch die einheimischen Züchter können die gesteigerte Nachfrage nicht decken und so werden immer mehr Hunde importiert. Insgesamt wurden im letzten Jahr 15'000 Hunde eingeführt und registriert. Bei den Chihuahuas nahm beispielsweise der Anteil importierter Tiere seit 2007 um über 10 %, bei den Möpsen gar um fast 24% zu. Heute kommen demnach schon mehr als die Hälfte dieser Hunde aus dem Ausland.
Dabei gehen Experten davon aus, dass diese und andere Zwergrassen in 9 von 10 Fällen aus tierschutzwidrigen Massenzuchten in Osteuropa stammen. In diesen werden Hunde fast aller Rassen unter miserablen Bedingungen und im grossen Stil produziert. Die Jungtiere werden viel zu früh, schon nach fünf bis sechs Wochen von ihrer Mutter getrennt und ungeimpft, ungechipt und mit gefälschten Papieren im Kofferraum in den Westen transportiert.
Hier werden sie den meist ahnungslosen Käufern zu konkurrenzlos billigen Preisen verkauft - fast immer übers Internet. Auf Webseiten mit Kleinanzeigen erscheinen täglich neue Angebote für Chihuahuas oder Möpse, der Nachschub scheint unerschöpflich. Zudem werden die Anzeigen von den Betreibern der Webseite nicht überprüft. Und das obwohl die unseriösen Angebote meist einfach zu erkennen sind: der Preis ist extrem tief und statt eines Namens steht nur eine anonyme Natelnummer oder Emailadresse.
Der eigentliche Verkauf findet dann häufig direkt aus dem Auto auf einem grenznahen Autobahnrastplatz in Deutschland oder Österreich statt. Dabei relativiert sich der billige Verkaufspreis nachträglich meistens durch hohe tierärztliche Kosten, da ein Grossteil dieser Hunde krank oder sozial gestört sind oder im schlimmsten Fall gar nur wenige Tage nach dem Kauf sterben.
Hintergrundinformationen Welpenhandel - die Situation in der Schweiz Welpenhandel in Europa
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